Sonntag, 24. Februar 2013

anywhere's better than here

Ich weiß nicht was ich denken soll. Ob ich überhaupt denken soll. Eigentlich will ich hier nur raus und rennen. Weit weg. Irgendwohin wo mich niemand findet, wo ich mich selbst nicht ertragen muss. Wo ich dieser Leere entfliehen kann. Wo ich dir entfliehen kann. Deine Hand kommt viel zu schnell. Oder auch nicht. Vielleicht will ich's mir auch nur einreden. Wahrscheinlich hab ich's provoziert. Du triffst mich mitten im Gesicht. Durch die Wucht des Schlages werde ich nach hinten geschleudert und mein Kopf schlägt hart auf dem Boden auf. Ein paar Sekunden lang bekomme ich keine Luft mehr und erwarte schon den nächsten Schlag doch er bleibt aus. Keine Ahnung wie viel Zeit vergeht bis du mich grob am Arm packst und mich hochziehst. Deine Hand umfässt grob mein Kinn und du drückst meinen Kopf nach hinten damit ich dich ansehen muss. Deine Augen sind unergründlich, ich sehe nichts in ihnen. Nur Dunkelheit. Du musterst mich eine Zeit lang während der Schmerz in meinem Gesicht mit jeder Sekunde zunimmt. Du scheinst nicht zu finden was du in meinen Augen gesucht hast, denn du stößt mich hart von dir, als wärst du angewidert. Ich taumle ein paar Schritte bis ich Halt finde und mich an der Wand anlehne. Währenddessen schleuderst du alles in deinem Zimmer durch die Gegend, wirfst die Bilder die an deinen Wänden hängen durch den Raum sodass überall Scherben liegen. Irgendwann stehst du nur noch schweratmend da mit geballten Fäusten und siehst mich an. Ich starre zurück weil ich nichts anderes tun kann. "Siehst du was du mit mir machst?" schreist du und ich zucke zusammen. "Alles machst du kaputt". Ich weiß nicht was ich erwidern soll. Ich fühle mich nur leer. Unbeschreiblich leer. Ich fühle nichts mehr. Warum? Ich will etwas fühlen. Ich habe genug davon diese Leere in mir zu haben. Deswegen tue ich das Einzigste was mir einfällt, denn das ist immernoch besser als diese Leere in mir zu haben. Es ist immer noch besser als an Nathan zu denken, der wahrscheinlich jetzt schon tot ist. "Ich hasse dich" sage ich leise und tonlos. Ich sehe wie dich meine Worte treffen, sehe wie du wütend wirst. Immer wütender. Sehe wie es dir weh tut diese Worte aus meinem Mund zu hören. Wie deine Hände anfangen zu zittern. Gern wäre ich auch so wütend, doch ich fühle nichts mehr. Egal was ich mache. "Ich hasse dich!" sage ich noch einmal, diesesmal lauter und eindringlicher und deine Augen füllen sich mit Tränen als du auf mich zukommst und zum nächsten Schlag ausholst. Ich schätze, ich bin wieder in den Abgrund gefallen. Mich kann man nicht mehr in Ordnung bringen.

Kommentare:

  1. Ja damit hast du wahrscheinlich Recht, doch ich glaube es kommt darauf an, das man wenn man wirklich nicht mehr kann aufgibt. Ich mein, wie soll man das sonst ertragen?

    Ich verstehe dich, das du es herausprovoziert hast. Aber denk jetzt ja nicht das die vorherigen Male als er dich geschlagen hat, du dies auch getan hast. Er hat damit angefangen.
    Trotzdem muss ich sagen das er mir Leid tut. Vorallem weil du noch schreibst "..und deine Augen füllen sich mit Tränen als du auf mich zukommst und zum nächsten Schlag ausholst..".
    Ich denke er wollte es nicht und das tut weh soetwas zu lesen. Ihr seid beide in derselben Dunkelheit.

    Du bist die Erste die meine Gedanken, meine wirren und kranken Gedanken, versteht und nicht wirr und krank findet.

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  2. du fühlst dich leer, aber es gibt andere wege wie aus der leere zu kommen wie dich schlagen zu lassen!
    <3

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  3. Dich sollte jemand da heraus holen! Einfach dich packen und gar nicht auf deine Proteste achten sondern dich einfach mitnehmen und ganz weit weg fahren. Dann sollte man dich irgendwo herauslassen wo du wieder atmen kannst. Irgendwo am Meer. Du solltest atmen können, rennen so viel du willst bist du nicht mehr atmen kannst. Doch es würde dir gut gehen. Du würdest frei sein. Du solltest eine Zeit lang weg von all dem. Du wirst dort sterben und das weißt du, wenn du so weiter machst! Ich hab dich gesehen und das hat mir gereicht. Clary, du kannst das nicht mehr. Du schaffst das nicht mehr und egal was du jetzt sagt, NEIN du bist du nicht stark genug. Verdammt geh weg von dort! Scheiß auf Schule, hau einfach ab! Wenn ich hier nicht gefangen wäre hätte ich dich schon längst geholt. Bitte tu mir den Gefallen, zieh weg. Zu deiner Tante, zu deinem Onkel zu irgendjemand aber geh weg dort.
    Ich kann ohne dich nicht leben und ich habe Angst.
    Bitte.

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  4. deine texte rauben mir immer wieder den atmen. ich sehe all die momente, die du beschreibst vor mir, und ich kriege es mit der angst zu tun. angst, das die gewalt dich auseinander nimmt und dein herz langsam aufhört zu schlagen. ich möchte dich aus dieser gewalt holen, bevor die gewalt dich holt.

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  5. Freut mich.
    Nein, nicht, dass es dir genauso geht.- einfach, dass man hier in der Bloggerwelt ab und an auf Verständnis stoßen kann.
    Menschen können einem sowas von die Nerven rauben.
    Manchmal wünschte ich, ich wäre mal für ein paar Tage isoliert von der Außenwelt, damit ich mich wirklich nur mit mir selbst beschäftigen kann.
    Ruhe wär' schön!

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  6. ich würde dir so gerne einen weg zeigen, irgendwohin.
    irgendwohin wo es das wort leere gar nicht gibt und du einfach mal, und wenn nur
    für ein paar klitzekleine stunden, ganz sein kannst.
    wenn ich den weg mal entdecke
    sag ich bescheid

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  7. Nein, mich gebe ich nicht auf, ich betrachte mich von oben, sehe es als eine Aufgabe, den heilen Teil von mir am Leben zu lassen. Aber wenn ich mehr als diese Krankheit bin, wieso kontrolliert sie dann MICH jeden Tag und nicht andersherum? Ich glaube, Magersucht zerstört einen immer weiter, schleichend, und irgendwann stirbt man dran, ob nun seelisch oder ganz.

    Und allein, doch das bin ich. Weil niemand das aufhalten kann, was alle von mir fernhält. Diese Mauer um mich herum ist undurchdringlich.

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