Freitag, 5. April 2013

Manchmal schaue ich den Spiegel und erkenne mich nicht mehr wieder

Die Party ist in vollem Gange. Kaum einer kann noch gerade stehen, dennoch feiern alle weiter. Tanzen alle weiter als würde ihr Leben davon abhängen. Als wäre es ihnen wichtig. Irgendwer reist mir mein Glas aus der Hand um mir wieder nachzuschenken. Keine Ahnung wie viel ich schon getrunken habe, eigentlich ist es mir auch egal. Wieso sollte es mich auch kümmern. Jemand zieht mich an meinem Arm nach hinten und sogleich schließen sich auch schon Arme um mich die mich einhüllen. Die sich wie Stahlträger um mich legen und mir die Luft abschnüren. Einige Sekunden stehe ich reglos da, bis ich begreife das es Ruben ist. Sofort wird mir diese Nähe und all diese Gefühle die damit kommen zu viel. Ich drücke ihn grob von mir weg und gehe ein paar Schritte zurück. Für einen Wimpernschlag sieht er gekränkt aus, doch dann legt sich ein Ausdruck von Verständnis auf sein Gesicht was mich nur noch wütender macht, weil er einfach gar nichts versteht. "Du bist betrunken" stellt er trocken fest und seine Augen verengen sich zu zwei kleinen Schlitzen. Ich verdrehe nur die Augen weil ich keine Lust auf irgendeine lange Rede habe, drehe mich um und gehe. Ich erwarte das er mir hinterherkommt oder mich versucht aufzuhalten doch er tut nichts dergleichen. Ich kämpfe mich durch die tanzende Menge und erst jetzt merke ich die Wirkung des Alkohols in mir und ich stütze mich an der Wand ab um nach draußen zu gelangen ohne hinzufallen. Gerade als sich meine Hand auf die Türklinke legt, greift abermals eine Hand nach mir und hält mich fest. Verärgert drehe ich mich um und sehe in deine wunderschönen grauen Augen die mich besorgt und wütend mustern. "Was machst du hier?" frage ich leise, entziehe mich dir jedoch sofort. Ertrage keine Nähe. Jetzt nicht. "Ich habe mir Sorgen um dich gemacht" gibst du wütend zurück und musterst mich kurz von oben bis unten. Ich vesuche möglichst gerade und würdevoll auszusehen, was mir aber kläglich misslingt da sich alles um mich herum dreht. "Dein Kleid ist ziemlich kurz" stellst du missbilligend fest und ich ziehe es automatisch weiter herunter woraufhin du anfängst zu grinsen. Ohne dich eines weiteren Blickes zu würdigen drehe ich mich um, ziehe die Türe auf und gehe hinaus.Am liebsten würde ich dir noch irgendwelche verletztenden Sachen an den Kopf werfen, doch ich verkneife es mir. Zu spät sehe ich die Eingangstreppen und bevor ich auch nur richtig darüber nachdenken kann wie ich denn am besten mit meinen High Heels in betrunkenem Zustand dort hinunterkommen kann, liege ich auch schon auf dem kalten Asphalt. Für einige Zeit ist alles schwarz. Eine Sekunde lang, nur einen winzigen Augenblick, hoffe ich das es jetzt vorbei ist. Das alles zu Ende ist. Das sich die Dunkelheit für immer über mich legt, mich einhüllt und mit sich nimmt. Doch so schnell wie die Hoffnung gekommen ist, verfliegt sie auch schon wieder. "Alles okay?" frägst du leise, deine Stimme dicht an meinem Ohr. Ich kann deinen Atem spüren. Du legst deine Hände um meine Hüften um mich hochzuziehen doch ich schlage sie weg. Was ist so schwer daran zu verstehen das ich keine Nähe will. Das ich sie nicht ertrage. Jetzt nicht. Heute nicht. "Komm schon, steh auf es ist arschkalt und du hast nicht mal eine Jacke an" flüsterst du mir eindringlich zu, doch ich ignoriere dich. Verliere mich in deinen Augen, die mich intensiv ansehen. Die mich beobachten und mich mustern als würde ich jeden Augenblick etwas unglaublich Dummes machen. "Lass mich einfach hier liegen" bitte ich dich leise und drücke dich grob weg. Du siehst mich verständnislos an. Keine Ahnung was du gerade wohl denkst. Ist mir eigentlich auch egal. Alles ist mir egal. Ich möchte einfach nur einschlafen. Jetzt. Hier. In der Kälte. Tränen steigen in mir auf, noch bevor ich es verhindern kann. "Süße.." flüsterst du  und deine Stimme klingt schmerzerfüllt. Ich schüttle nur den Kopf damit du aufhörst zu reden. Du sollst einfach nur aufhören. Deine Worte bringen nichts. Sie sind verschwendet bei mir. Ich spüre abermals deine Hände die sich um meine Mitte legen, diesmal bestimmter, und mich sanft hochziehen. Diesmal mache ich keine Anstalten mich dem zu wiedersetzen, obwohl ich am liebsten einfach nur in der Kälte liegen bleiben würde, bis ich blau anlaufe und mich selbst nicht mehr spüren kann.  Bis ich bei ihm bin. Erst jetzt merke ich wie kalt es wirklich ist, und du legst mir besorgt deine Jacke um meine Schultern. Wie lang es wohl dauert bist ein Mensch erfriert? Ob Nathan wohl auch friert? Dort wo er ist? Doch mein Unterbewusstsein gibt mir schon sogleich die Antwort. Natürlich nicht, Tote frieren schließlich nicht.

Kommentare:

  1. ich habe gänsehaut. deine texte bewegen mich immer wieder. egal wie lang die abschnitte dazwischen ist bis du wieder einen neuen text schreibst. das gefühl wenn ich deine texte lese ist immer das gleiche. sie rauben mir den atmen. du raubst mir den atmen.

    keines der worte
    die jemand an dich richtet
    wird je zeitverschwendung sein.
    nie
    niemals.

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  2. Ja, war geil, aber hab mir den Fuß verstaucht oder so.
    Ich wollte eh nicht dass alle gratulieren oder so, passt. danke trotzdem.
    <3

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  3. ich weiß nicht was ich sagen soll, ich hab Angst um dich und ich hoffe so sehr das Nathan zurück kommt und es dir damit dann besser geht!

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