Samstag, 11. Mai 2013

I know what I want to say, but I just can't put it all in words


Sitze irgendwo auf der Party herum und versuche durch den Alkohol die Stimmen in meinem Kopf zu verjagen. Keine Ahnung seid wann sie wieder da sind. Keine Ahnung wie ich überhaupt hier her gekommen  bin. Irgendwann wird es mir zu voll hier drin und immer mehr Leute kommen zu mir, wollen reden und lachen, wollen das ich irgendwas sage oder zeige das ich noch lebe, also gehe ich einfach raus wo mir ein kalter Wind entgegen weht und ich endlich wieder atmen kann. Irgendwann kommt irgendein Typ raus und setzt sich neben mich. Er sitzt einfach nur schweigend neben mir, was nach einiger Zeit irgendwie merkwürdig wird doch auf gleicher Weise ungemein angenehm. „Du siehst irgendwie so aus als hättest du jede Menge Kummer“ flüstert er mir zu und ich blicke ihn überrascht an. Er erwidert meinen Blick und sieht mich intensiv an. Seine Augen sind so hellblau das es fast schon weh tut hineinzusehen und dennoch sind sie dunkel, irgendwie verschwommen. Ich erwidere einfach nichts damit er merkt das ich keine Lust habe mit jemanden zu reden, doch ich kann meinen Blick nicht von ihm abwenden. Viel zu stark ist der Wunsch zu wissen was das in seinen Augen ist. „Was ist mit dir passiert?“ fragt er leise und ich merke das er irgendetwas zitiert. Trotzdem sieht er mich fragend an und plötzlich fühle ich mich so, als müsste ich ihm antworten.. „Die Welt“ antworte ich schlicht und zucke mit den Schultern, hoffe das er nicht weiter redet und einfach geht und dennoch, ein kleiner Teil in mir wünscht sich genau das Gegenteil. „Ich kann dir mal' nen Platz zeigen wo es keine Welt gibt“ Seine Augen scheinen zu glühen und er sieht mich herausfordernd an. Seine Antwort verwirrt mich. Seine Worte verwirren mich. Sie sind nicht wie die von den Leuten die hier auf der Party sind. Sie sind anders. Nicht normal. Jedenfalls nicht für andere. Sie erinnern mich daran, wie Nathan immer gesprochen hat. Genau so. Immer in Rätseln. Immer etwas poetisch. Immer anders. Kurz, für nur eine Sekunde, spüre ich den Schmerz. Diese Leere die er hinterlassen hat und ziehe hörbar die Luft ein. Am liebsten würde ich einfach gehen. Einfach abhauen von allem hier, weil ich wütend auf diesen Jungen bin der mir gegenüber sitzt und mich immer noch so intensiv anstarrt, weil er mich an Nathan erinnert und weil ich mich einfach so deplatziert fühle. So allein, als würde ich einfach nicht mehr hierher gehören. „Vielleicht irgendwann mal“ antworte ich leise und wende den Blick ab. „Gut“ sagt er ebenso leise und ich höre das Lächeln in seiner Stimme. Kurze Zeit herscht wieder dieses Schweigen, die angenehme Stille in der man am liebsten unter tauchen würde. Ich höre wie er aufsteht und sehe ihn an. Erst jetzt erkenne ich das er lange braune Haare hat und eine riesige Narbe an der Stirn und eine noch größere an seinem Hals. Ich weiß das mein Gesicht keinerlei Regung zeigt, dennoch fühle ich mich schuldig weil ich kurz geschockt darüber bin. Er kommt mir seltsam bekannt vor, als hätte ich ihn irgendwo schon einmal so verschwommen am Rande wahrgenommen. „Ich kann dir ein Teil deiner Trauer nehmen, ich weiß du glaubst mir das nicht aber ich kann es“ er lächelt nicht, er macht einfach überhaupt nichts. Er steht nur da, steht direkt vor mir und sieht mich einfach nur an. Sagt diese ganzen Worte und scheint jetzt ein ganz anderer Mensch zu sein als vor ein paar Minuten und ich finde es so faszinierend das ich einfach lächeln muss. Kurz scheint ihn das zu überraschen doch augenblicklich lächelt er mich ebenfalls an und er streckt mir seine Hand hin und ohne groß darüber nachzudenken ergreife ich sie und lasse mich von ihm mitziehen.

Kommentare:

  1. Das ist wow.
    Ich meine Ich wollte nicht "das ist verdammt schön" schreiben weil das jeder irgendwie schreibt. trotzdem habe ich nicht den eindruck, dass Wow besser ist. :D
    Mir fehlen echt die Worte. :)

    AntwortenLöschen
  2. Vielen lieben Dank, für dein Kompliment,
    ich kann das nur ehrfürchtig zurückgeben!

    AntwortenLöschen
  3. Ich liebe, wie genau du es beschrieben hast und ich hätte mich genauso schuldig gefühlt in dem kurzen Moment. Weißt du seinen Namen? Irgendwas? War er angetrunken an dem Abend?

    AntwortenLöschen
  4. irgendwie hoffe ich der junge war kein Metapher für etwas anderes, den in meinem Kopf erinnert seine Beschreibung mich an etwas ziemlich Finsteres, aber auch sehr tröstendes.

    AntwortenLöschen
  5. ich könnte einfach für immer da sitzen und deine texte lesen. Ich hoffe das dir dieser Junge Glück bringt !
    und wegen dem Gewicht du hast ja recht..aber es ist echt schwer.
    <3

    AntwortenLöschen
  6. Hi there, just became alert to your blog through Google, and found
    that it's really informative. I'm gonna watch out for
    brussels. I'll be grateful if you continue this in future. Numerous people will be benefited from your writing. Cheers!

    my website Go to the website

    AntwortenLöschen
  7. Ich liebe deinen Blog. Ich liebe deine Schreibweise.
    Ich lese deinen Blog so gerne.
    xx, Luna. <3

    AntwortenLöschen
  8. Wunderschöner Text, wie immer :)

    AntwortenLöschen